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7. Soziale Sicherheit

Als Zivildienstleistender sind Sie während der Ableistung des Dienstes sozial abgesichert. Die wichtigsten Regelungen betreffen die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie den Arbeitsplatzschutz.


Krankenversicherung


Sie haben für die Dauer des Zivildienstes einen unverzichtbaren Anspruch auf unentgeltliche Heilfürsorge. Die zu gewährende Heilfürsorge umfasst ambulante und stationäre kassenärztliche und kassenzahnärztliche Behandlungen, die Versorgung mit Arznei- und Verbandsmitteln sowie anderen Heil- und Hilfsmitteln und gegebenenfalls Zahnersatz.


Ihre vor Dienstantritt bestehende eigene Pflicht- oder freiwillige Krankenversicherung bei einer gesetzlichen Krankenversicherung, einer landwirtschaftlichen Krankenkasse oder einer Ersatzkasse bleibt während der Ableistung des Zivildienstes aufrechterhalten (ohne Leistungsansprüche daraus). Die Beiträge hierfür zahlt das Bundesamt für den Zivildienst in pauschaler Form.


Hinweis: Vor Diensteintritt bestehende Versicherungsverhältnisse bei einer privaten Krankenkasse bleiben für die Dauer des Zivildienstes dann aufrechterhalten (ohne Leistungsansprüche daraus), wenn Sie mit dem Versicherungsunternehmen eine entsprechende Ruhensregelung vereinbaren. Die Erstattung von Anwartschaftsbeiträgen für eine private Krankenversicherung können Sie bei der für Ihren Wohnsitz zuständigen Unterhaltssicherungsbehörde beantragen.


Pflegeversicherung


Waren Sie vor dem Zivildienst Mitglied bei einer gesetzlichen Krankenkasse, waren Sie gleichzeitig auch Mitglied in der sozialen Pflegeversicherung. Diese Mitgliedschaft bleibt während des Zivildienstes bestehen. Das gilt auch, wenn Sie vor dem Zivildienst als Familienmitglied mitversichert waren.


Eine private Pflegeversicherung darf nicht zum Ruhen gebracht werden. Die Beiträge erstattet die Unterhaltssicherungsbehörde auf Antrag.


Rentenversicherung


Sie sind als Zivildienstleistender in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig. Das gilt auch für jene, die vor dem Dienstantritt noch nicht versicherungspflichtig waren (z.B. Schüler). Der Bund zahlt die Versicherungsbeiträge direkt an den Versicherungsträger.


Tipp: Informationen zu den Leistungen sowie Standorte und Kontaktdaten der Regionalzentren und Außenstellen der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg erhalten Sie in deren Onlineangebot. Umfassende Informationen bietet auch die Broschüre "Rente für Wehr- und Zivildienst".


Arbeitslosenversicherung


Für Zivildienstleistende besteht seit dem 1. Januar 2006 Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung. Ob Sie vor Ihrem Zivildienst Arbeitnehmer, Schüler, Student oder Arbeit suchend waren, spielt dabei keine Rolle.


Hinweis: Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden vom Bundesamt für den Zivildienst bezahlt.


Um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, müssen Sie innerhalb der letzten 24 Monate mindestens zwölf Monate Beiträge zur Arbeitslosenversicherung bezahlt haben. Diesen Anspruch auf Arbeitslosengeld erreichen Sie jedoch nicht alleine durch den Zivildienst, da dieser nur sechs Monate dauert. Um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, müssen Sie daher neben dem Zivildienst weitere versicherungspflichtige Zeiten nachweisen.


Ist Ihre berufliche Zukunft nach Beendigung des Zivildienstes noch unklar, müssen Sie sich spätestens drei Monate vor der Entlassung aus dem Zivildienst als Arbeitsuchender bei der Agentur für Arbeit melden. Für den Fall, dass Sie sich zu spät bei der Agentur für Arbeit melden, können Ihnen unter Umständen die Ansprüche auf Arbeitslosengeld gekürzt werden.


Arbeitsplatzschutz


Sie müssen Ihren Einberufungsbescheid dem Arbeitgeber unverzüglich vorlegen. Ihr Arbeitsverhältnis wird durch die Einberufung nicht gelöst, ein befristetes Arbeitsverhältnis jedoch nicht verlängert (§ 1 Absatz 4 Arbeitsplatzschutzgesetz).


Ihr Arbeitgeber darf Ihren Erholungsurlaub um ein Zwölftel für jeden vollen Kalendermonat kürzen, den Sie Zivildienst leisten. Näheres regelt das Arbeitsplatzschutzgesetz.


Tipp: Weiterführende Informationen finden Sie im "Merkheft über die soziale Sicherheit der Zivildienstleistenden und ihrer Familienangehörigen" des Bundesamtes für den Zivildienst.